Gehölzkrankheiten

Der Brandkrustenpilz – der gefährlichste Pilz für zahlreiche Laubbäume

 

Der Brandkrustenpilz zählt zu den gefährlichen Schadpilzen an Bäumen, die Stand- und Bruchsicherheit erheblich herabsetzen können. Vor allem wegen seiner unscheinbaren Fruchtkörper ist seine Gefährlichkeit lange unterschätzt worden. Seine Fruchtkörper sind nur im Frühjahr gut erkennbar und es bedarf einer gewissen Übung, um die Gefahr zu erkennen, die von ihm ausgeht.

 

Der Brandkrustenpilz ist weltweit verbreitet und tritt sowohl im Wald als auch in der Stadt an verschiedenen Laubgehölzen auf. Betroffen sind vor allem Buche, Linde, Spitz- und Bergahorn, Rosskastanie und Hainbuche, darüber hinaus auch Platane, Weide, Pappel, Eiche, Ulme, Esche, Birke, Zürgelbaum und Tulpenbaum.

 

 

Der Pilz verursacht Moderfäule in Wurzeln und bodennahen, seltener in höheren Stammregionen. Von außen gesehen zeigen sich häufig keine Schäden. Krustenförmige, mehrere Zentimeter breite, graue, in älteren Stadien schwarze, kohlige Überzüge (Fruchtkörper),  mit oft aufgewölbtem Rand unmittelbar an der Stammbasis sind meist erst nach dem Zusammenbruch der Bäume sichtbar Beim Drücken knackendes Geräuch

 

Baum zeigt in der Krone durchaus keinen Vitalitätsverlust. Bäume scheinen völlig gesund zu sein.

 

Fruchtkörper

Die Fruchtkörper sind nicht leicht erkennbar. Sie liegen meist tief am Stammfuß oder in Wurzelnischen und sind oft von der abbröckelnden Borke schwer zu unterscheiden. Wenn der Pilz über die Sommermonate seine sexuellen Fruchtkörper ausbildet, sehen die Pilzfruchtkörper aus, als würden sie zur Rinde gehören. Vor allem wenn nur einige Quadratzentimeter des Pilzfruchtkörpers am Baum ausgebildet sind, ist der mehrjährige Sammelfruchtkörper für ein ungeübtes Auge nicht einfach zu erkennen.

Im Sommer entwickeln sich die Fruchtkörper und überziehen die Rinde mit einer schwarzen, polsterförmigen Schicht und wirken höckerig und leicht aufgeblasen. Die schwarze Kruste (Brandkrustenpilz !), lässt sich mit dem Zeigefinger eindrücken (Abbildung 1), wobei ein typisches Knacken zu hören ist. Unter der Lupe zeigen sich auf der Fruchtkörperoberseite (Perithecien) leicht aufgewölbte Mündungen. Wenn die Sporen reif sind, öffnen sie sich und entlassen die Sporen. Mit der Lupe kann man dann die offenen Mündungen erkennen, und, wenn man mit dem Finger darüber wischt, bleibt das schwarze Sporenpulver am Finger kleben.

Das Aussehen der Fruchtkörper zwischen April und Mai unterscheidet sich eindeutig vom Aussehen in den Sommermonaten und ist für die Befallsfrüherkennung ein wichtiger Faktor. Im Frühjahr entstehen weiße Myzelfächer, die sich verdicken und flach am Substrat anliegen. Ihre weißen oder gräulichen, mehlartigen Zuwachszonen sind ein arttypisches Erkennungsmerkmal und kaum zu verwechseln

 

 

Befällt Wurzel- und unteren Stammbereich

Der Brandkrustenpilz zersetzt bereits in einem frühen Befallsstadium den zentralen Wurzelbereich und den unteren zentralen Stammkern von Laubgehölzen. Durch die weiterhin aufrechte Versorgung der Kronenteile über den intakten Splint wird der Befall zuerst oft gar nicht erkannt, da sich in der Krone keine Schadsymptome zeigen. Erst in einer sehr fortgeschrittenen Befallsphase, wenn der Pilz aus dem Zentralzylinder in das Kambium vorgedrungen ist, zeigen sich Symptome an der Krone, wie Kroneneinzug, erhöhter Totastanteil und Kronenauflichtung. Daher können vermeintlich vitale, als gesund angesprochene Bäume bei plötzlich auftretendem Wind unvorhergesehen brechen.

 

 

Neben einer intensiven Weißfäule kann er eine Moderfäule hervorrufen und somit unter hoher Holzfeuchtigkeit die Stand- und Bruchsicherheit von befallenen Bäumen extrem gefährden. Wurzel- und Holzkörper verlieren bei Befall schnell an Festigkeit.

Bohrende Verfahren zur Feststellung der Bruchsicherheit können nicht angewendet werden, da dieses Verfahren meistens in höheren Stammbereichen angewendet wird und damit der tatsächliche Holzabbau nicht erfasst werden kann.

Zunächst wird hauptsächlich der Wurzelstock zersetzt. Dadurch ist eine zuverlässige Detektion über Restwandstärkeermittlungsverfahren problematisch. Befallene Bäume können bei regelmäßiger, fachkundiger Kontrolle sogar noch einige Jahre als verkehrssicher eingestuft werden, weil sehr schwierig erkennbar.

 

Wir halten Brandkrustenpilz für einen der gefährlichsten Baumpilze in Deutschland. Brandkrustenpilz gefährdet die Standsicherheit akut.